Ihr Kiefergelenk: Das kleinste Gelenk mit der größten Wirkung
Haben Sie Ihr Kiefergelenk heute schon bewusst wahrgenommen? Wahrscheinlich nicht – und das ist ein gutes Zeichen! Ein gesundes Kiefergelenk arbeitet lautlos und reibungslos im Hintergrund, während wir essen, sprechen oder lachen.
Erst wenn es knackt, reibt oder schmerzt, merken wir, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Gelenkköpfchen, Muskulatur und Zähnen eigentlich ist. In unserer Praxis in Kassel gehen wir diesen Symptomen auf den Grund, damit Sie wieder entspannt durchatmen und zubeißen können.
Wenn das System aus dem Takt gerät
Da im Gesichtsbereich Zähne, Muskeln, Gehörgang und Kieferhöhlen extrem eng beieinanderliegen, strahlen Schmerzen oft aus. Das macht es für Sie schwierig, die Ursache selbst zu finden. Typische Warnsignale sind:
Eingeschränkte Bewegung: Merken Sie beim Biss in einen Apfel oder ein Brötchen, dass der Mund nicht mehr so weit aufgeht wie früher? Eine sogenannte „Kieferklemme“ kann muskulär bedingt sein oder durch Entzündungen (z. B. am Weisheitszahn) entstehen.
Geräusche im Ohr: Ein Knacken oder Reiben beim Kauen ist keine Seltenheit. Mit dem Stethoskop hören wir genau hin, um zu deuten, ob das Gelenk nur „überbeweglich“ ist oder eine Behandlung benötigt.
Ausrenken: Wenn der Kiefer beim Gähnen hängen bleibt, spricht man von einer Luxation. Wir zeigen Ihnen, wie Sie damit umgehen und das Gelenk stabilisieren.
Stressfaktor Zähneknirschen: Wenn die Nacht zum Kraftakt wird
- Schmerzhafte Verspannungen in der Kaumuskulatur, die bis in die Schläfen und den Nacken ziehen.
- Morgendliche Kopfschmerzen, die durch die überlastete Muskulatur im Schläfenbereich ausgelöst werden.
- Abnutzung der Zähne: Das Knirschen wirkt wie Schmirgelpapier auf Ihren Zahnschmelz.
Unsere Hilfe: Entspannung für Kiefer und Kopf
- Die Aufbissschiene: Eine individuell angefertigte Schiene schützt Ihre Zähne vor Abrieb und entlastet das Gelenk spürbar.
- Funktionsdiagnostik: Wir ermitteln präzise, welche Strukturen geschädigt sind.
- Ganzheitliche Ansätze: Neben der Schienentherapie können oft auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder eine gezielte Physiotherapie wahre Wunder bewirken.
Häufig gestellte Fragen zum Kiefergelenk (FAQ)
Was ist eine CMD?
CMD steht für Craniomandibuläre Dysfunktion. Es ist ein Sammelbegriff für Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke. Da die Auswirkungen oft den ganzen Körper betreffen (Rückenschmerzen, Tinnitus), behandeln wir dies in unserer Kasseler Praxis ganzheitlich.
Muss jedes Kieferknacken behandelt werden?
Nicht unbedingt. Wenn das Knacken schmerzfrei ist und die Bewegung nicht einschränkt, reicht oft eine regelmäßige Beobachtung. Sobald jedoch Schmerzen oder Blockaden auftreten, sollten wir eine Funktionsanalyse durchführen.
Hilft eine Schiene gegen Kopfschmerzen?
Wenn die Kopfschmerzen durch nächtliches Pressen oder Verspannungen der Kaumuskulatur (die bis zur Schläfe reicht) entstehen, kann eine Aufbissschiene die Beschwerden oft deutlich lindern oder sogar ganz beseitigen.
Kann man ein Kiefergelenk auch operieren?
In den allermeisten Fällen lässt sich eine Besserung durch konservative, nicht-invasive Methoden wie Schienen, Physiotherapie oder Entspannungstraining erreichen. Operationen sind nur in extremen Ausnahmefällen notwendig.
Auf einen Blick: Braucht mein Kiefer Hilfe?
Gehen Sie diese Punkte kurz durch – wenn Sie mehr als zwei Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten wir beim nächsten Termin darüber sprechen:
- Wachen Sie morgens oft mit einer verspannten Gesichtsmuskulatur auf?
- Haben Sie häufiger Kopfschmerzen im Bereich der Schläfen?
- Knackt oder reibt Ihr Kiefergelenk beim Öffnen des Mundes?
- Hat Ihr Partner Sie schon einmal auf nächtliche Knirschgeräusche aufmerksam gemacht?
- Fühlt sich Ihr Biss manchmal „schief“ oder ungleichmäßig an?